Warum hilft Wolfgang SchĂ€uble den groĂen Steuertricksern?

Sie verhindern Transparenz zugunsten groĂer Unternehmen: Bundesfinanzminister Wolfgang SchĂ€uble...

...und EU-KommissionsprÀsident Jean-Claude Juncker. Fotos: djv-Bildportal



BERLIN. - Soeben haben die EU-Staaten ein Gesetz gegen Steuervermeidung abgesegnet. Es soll die groĂen internationalen Unternehmen zu Steuerehrlichkeit und Transparenz zwingen. Doch ausgerechnet der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang SchĂ€uble hat die Finger im Getriebe der AufklĂ€rung. Er möchte keine Transparenz der VorgĂ€nge.
Aber warum? Nicht zum ersten mal stellt sich SchĂ€uble vor Firmen, die den deutschen Fiskus schĂ€digen. Es darf gerĂ€tselt werden. Momentan verteilen groĂe Firmen ihre Gewinne so geschickt auf mehrere LĂ€nder, dass sie am Ende nur minimale Steuern zahlen mĂŒssen.
SachverstĂ€ndige errechnen immer wieder, dass den öffentlichen Kassen in der EU wegen Steuervermeidung 50 bis 70 Milliarden Euro im Jahr entgehen. NutznieĂer der Aktion und SchĂ€diger der anderen EU-Staaten ist zum Beispiel und in erster Linie das GroĂherzogtum Luxemburg, ein Zwergstaat und Steuerparadies.
Einer der UnterstĂŒtzer der Mauscheleien ist heute EU-KommissionsprĂ€sident und heiĂt Jean-Claude Juncker. Er stammt aus Luxemburg und war dort 18 Jahre lang Premierminister und wird von der internationalen Presse fĂŒr die Steuerpraktiken des GroĂherzogtums mitverantwortlich gemacht.
Aber Juncker bestreitet nicht nur, dass Luxemburg die PartnerlĂ€nder extrem schĂ€digt, er lĂ€sst die AufklĂ€rer der so genannten Luxleaks-AffĂ€re sogar mit Prozessen ĂŒberziehen. Und die EuropĂ€ische Kommission lĂ€sst jeden AufklĂ€rungswillen vermissen.
Den geschĂ€digten LĂ€ndern sind Steuereinnahmen in jĂ€hrlichen MilliardenbetrĂ€gen entgangen, aber deren Finanzminister ducken sich weg und sehen zu, wie den EnthĂŒllern des Skandals der Prozess gemacht wird, und nicht Erfindern der Steuerschiebereien. Irgendwie sitzen die falschen Personen auf der Anklagebank.