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Wo Geologie erlebbar wird

Sandrose in Form eines Bisons ist im Sandrosenmuseum in BĂŒdinge zu sehen. Landrat Jan Weckler zusammen mit Lothar Keil (rechts) vor dem Museumseingang mit einer ganz besonderen Sandrose, bei der man nicht viel Fantasie braucht, um einen nordamerikanischen BĂŒffel zu erkennen.

Museumsleiter Lothar Keil (rechts) und Landrat Jan Weckler im BĂŒdinger Sandrosenmuseum. Dort ist noch viel zu tun.

Landrat Jan Weckler besucht Sandrosenmuseum in BĂŒdingen

WETTERAUKREIS / BÜDINGEN. - Den 29. Januar 2021 wird Lothar Keil so schnell nicht vergessen.

Es war der Tag des verheerenden Hochwassers, das eine Vielzahl von historischen GebĂ€uden in der BĂŒdinger Altstadt unter Wasser gesetzt hat.

Landrat Jan Weckler hat dieser Tage den Betreiber des Sandrosenmuseums besucht. Mit dabei hatte er auch gute Nachrichten.

Aus Mitteln der OVAG und aus Spendengeldern, die beim Landkreis eingegangen sind, kann eine guter Teil des wirtschaftlichen Schadens nach dem Hochwasser ausgeglichen werden.

Im Sandrosenmuseum, das im Untertor der BĂŒdinger Stadtbefestigung untergebracht ist, war es besonders schlimm. Das Wasser lief in den Keller des Turmbaus und verursachte in den VerteilerkĂ€sten eine heftige Reaktion. Das Wasser wurde durch die hohe Stromspannung wie durch einen Tauchsieder erhitzt.

Der Wasserdampf strömte durch das ganze GebÀude, und weil es nur ein kleines Abzugsloch gab, herrschte hier eine Luftfeuchtigkeit wie in den Tropen.

Binnen kĂŒrzester Zeit waren die aus Holz gefertigten Sockel der Ausstellungsvitrinen aufgequollen. Die Vitrinen verloren zum Teil ihren Halt und brachen auseinander. Der Schaden war immens.

Lothar Keil, der in jahrelanger Arbeit sein einzigartiges Sandrosenmuseum aufgebaut hat, sah sein Lebenswerk gefÀhrdet. Jetzt nach fast einem halben Jahr kann er wieder optimistisch in die Zukunft schauen.

Viele helfende HĂ€nde und auch die UnterstĂŒtzung, etwa durch die OVAG oder durch Spendengelder, die beim Landkreis eingegangen sind, konnten den finanziellen Schaden einigermaßen ausgleichen.

Im September soll das Museum wieder geöffnet werden. Die Zahl der interessierten Besucherinnen und Besucher ist groß. „Ich habe andauernd Anfragen aus ganz Deutschland.“ Besonders beliebt sind seine Wanderungen zu den Biotopen, zu denen ganze Uni-Seminare kommen.

Lothar Keil ist ausgewiesener Fachmann fĂŒr die Geologie im Naturraum Wetterau. Exponate aus seiner Sammlung waren schon oft Gegenstand von FachbĂŒchern.

So entsteht derzeit gerade ein Buch mit versteinerten Hölzern aus der Sammlung von Lothar Keil. Die letzten Monate hat Keil, der seit Jahrzehnten sammelt, mit der Katalogisierung seiner Exponate verbracht.

„Lothar Keil macht in seinem Museum und mit seinen Wanderungen Geologie erlebbar“, fasst Landrat Jan Weckler die EindrĂŒcke seines Besuchs zusammen, Und das soll auch so bleiben, denn Lothar Keil steckt voller Energie. „Die UnterstĂŒtzung von zahlreichen Helferinnen und Helfern hat mir gut getan.

Die ĂŒberwĂ€ltigende UnterstĂŒtzung und der Zuspruch haben mir Mut gegeben.“ Die Zukunft des Museums ist gesichert, Sohn Julian Keil begeistert sich genauso fĂŒr die Geologie und die Sandrosen, die sein Vater im Museum versammelt hat.