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560 Maler und Lackierer in 98 Betrieben im Wetteraukreis

Wenn Malern der Pinsel ausrutscht: Das Wut-Gesicht ist das aktuelle Top-Motiv von Malern und Lackierern im Wetteraukreis, sagt die IG BAU. Den Grund liefert sie gleich mit: Die Maler-Gewerkschaft wirft den Arbeitgebern einen „enormen Lohn-Geiz“ vor. Foto: Florian Göricke, IG BAU

IG BAU kritisiert: Nur „triste 37 Cent“ fĂŒr die buntesten Jobs im Wetteraukreis

WETTERAUKREIS / FRIEDBERG. - Eigentlich ist das Leben der Maler im Wetteraukreis bunt. Trotzdem sehen sie im Moment nur noch Rot. Das sagt die IG BAU Hessen-Mitte.

Den Grund dafĂŒr nennt die Maler-Gewerkschaft auch: „Die Arbeitgeber wollen den Malern und Lackierern im Wetteraukreis den Lohn zusammenstreichen.

Nur 2 Prozent sollen sie mehr bekommen. Das sind unterm Strich gerade einmal ‚37 triste Cent‘ pro Stunde. – Geld, das die Inflation sofort auffrisst. Das ist kein Lohn-Plus. Das ist ein Lohn-Minus“, sagt Gernot Sattler.

Der stellvertretende Vorsitzende der IG BAU Hessen-Mitte spricht von einem „handfesten Tarifstreit“. Die Maler-Gewerkschaft fordert 8 Prozent mehr Lohn – und damit 1,50 Euro mehr pro Stunde.

Insgesamt arbeiten nach Angaben der IG BAU im Wetteraukreis rund 560 BeschÀftigte in 98 Malerbetrieben und Lackierereien. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur.

Nach zÀhem Ringen am Tariftisch habe die Gewerkschaft die Verhandlungen in dritter Runde abgebrochen. Jetzt gehe es in die Schlichtung. Die IG BAU Hessen-Mitte setzt dabei auf die Arbeitgeber im Wetteraukreis:

„Es ist höchste Zeit, dass die Maler- und Lackierermeister dem eigenen Bundesinnungsverband gehörig auf die FĂŒĂŸe treten. Der Frust bei denen, die im Wetteraukreis mit Malerpinsel, TapezierbĂŒrste und Lackierpistole arbeiten, ist enorm. Das muss die Innung endlich begreifen.“

Die IG BAU macht deutlich, warum sich Ärger aufstaut: „Malerbetriebe und Lackierereien, die ordentlich arbeiten, haben gut zu tun.

Und trotzdem waren sich die Arbeitgeber nicht zu schade, am Tariftisch eine dĂŒstere Konjunkturwarnung mit einem wilden Mix aus Ukraine-Krieg, Nahost-Konflikt, wirtschaftlichem Druck aus China und Trump-Politik in den USA aufzufahren – lauter skurrile GrĂŒnde also.

Das alles nur, um eine Lohnbremse zu rechtfertigen, unter der auch die Maler und Lackierer im Wetteraukreis leiden mĂŒssen“, sagt der VerhandlungsfĂŒhrer der Gewerkschaft, Carsten Burckhardt vom IG BAU-Bundesvorstand.

Wer die eigenen BeschĂ€ftigten so von der Lohnentwicklung abkoppeln wolle, brauche sich ĂŒber FachkrĂ€ftemangel und fehlenden Nachwuchs nicht zu wundern.