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Wetterau wÀchst weiter: Zuwachs um zehn Prozent erwartet

Landrat Jan Weckler rechnet mit einem Zuwachs von 10 Prozent bei den Bevölkerungszahlen.

Große Herausforderungen fĂŒr Kommunen: Butzbach, Bad Vilbel, Limeshain, Bad Nauheim, Friedberg und BĂŒdingen am meisten betroffen

WETTERAUKREIS. - Die Wetterau wĂ€chst weiter in einem Tempo, das sich in den nĂ€chsten Jahren noch verstĂ€rken wird. Landrat Jan Weckler stellte dieser Tage die aktuellen Zahlen fĂŒr die Wetterau zum 30. Juni 2017 vor. Danach lebten exakt 304.776 Menschen in der Wetterau.

Das waren 862 mehr als sechs Monate zuvor. ZurĂŒckzufĂŒhren ist das Bevölkerungswachstum ausschließlich auf ein positives Wanderungssaldo. Das heißt, die Zahl der zugezogenen NeubĂŒrger war deutlich höher als die der FortzĂŒge.

Beim VerhÀltnis von Geburten zu SterbefÀllen liegen die SterbefÀlle trotz höheren Geburtenraten als in der Vergangenheit immer noch deutlich vor den Geburten.

„Wir rechnen damit, dass sich die Zahl der Menschen in der Wetterau um etwa 30.000 erhöhen wird. Das bedeutet eine gewaltige Herausforderung fĂŒr uns als SchultrĂ€ger, aber auch fĂŒr die StĂ€dte und Gemeinden, die entsprechend Wohnraum zur VerfĂŒgung stellen mĂŒssen. Die Nachfrage nach KindergartenplĂ€tzen wird genauso steigen wie nach Schulraum oder der Bedarf im Nahverkehr.

Aufgaben der Verwaltung nehmen zu

Auch der Kreisverwaltung stehen erhebliche Herausforderungen bevor. Mehr Menschen in der Wetterau fordern mehr Dienstleistungen und das vor dem Hintergrund, dass nicht nur die Aufgaben mengenmĂ€ĂŸig steigen, sondern durch Zuordnung anderer Behörden mehr werden und gleichzeitig aufwĂ€ndiger und komplexer.

FĂŒr viele Fachdienste brauchen wir heute noch spezialisierte Fachleute, die es auf dem Markt momentan nicht gibt. Deshalb machen wir große Anstrengungen, das nötige Personal zu rekrutieren und selbst auszubilden“, berichtet Landrat Weckler.

Um die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterzubringen, stehen auch Baumaßnahmen der Kreisverwaltung an. So soll das ehemalige VerwaltungsgebĂ€ude in der Friedberger Steinkaute kernsaniert und zum VerwaltungsgebĂ€ude umgebaut werden. Dort werden eine modernisierte Rettungsleitstelle sowie Teile des Fachbereichs Gesundheit und Gefahrenabwehr sowie der Brandschutz untergebracht werden.

In der Homburger Straße soll ein Neubau entstehen, um dort im so genannten „Haus der Umwelt“ die Fachdienste des Fachbereichs Regionalentwicklung und Umwelt zusammen mit dem Fachdienst Bauordnung unterzubringen.

“Aktuell haben wir an 24 von 88 Schulstandorten im Wetteraukreis bereits Container stehen oder planen welche, so dass also auch eine solche Lösung als Übergangslösung fĂŒr die Kreisverwaltung vorgesehen wird, um die drĂ€ngende Raumnot zu reduzieren.

Im Innenhof der Kreisverwaltung am Europaplatz soll ein solcher Containerbau entstehen“, teilte der Landrat unlĂ€ngst in einem Rundschreiben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung mit.

Ungleiche Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungsentwicklung im Wetteraukreis verlĂ€uft freilich nicht in allen StĂ€dten und Gemeinden gleich. Insbesondere der Vergleich ĂŒber mehrere Jahre ist da schon wesentlich aussagekrĂ€ftiger.

So war die Stadt Butzbach mit einem Bevölkerungswachstum von 8,4 Prozent im Zeitraum zwischen der letzten VolkszĂ€hlung (09.05.2011 und dem 30.06.2017) die Stadt mit der höchsten Bevölkerungszunahme, gefolgt von Bad Vilbel (7,61 Prozent), Limeshain (6,53 Prozent), Bad Nauheim (5,78 Prozent), Friedberg (5,68 Prozent) und BĂŒdingen (5,16 Prozent).

Auch in Karben, Wöllstadt, Echzell, Rosbach, Ranstadt und Wölfersheim stieg die Bevölkerungszahl um mehr als drei Prozent. Zwischen zwei und drei Prozent lag sie in Rockenberg und Nidda, bis zu zwei Prozent stieg die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner in Niddatal, Ortenberg, Altenstadt, Reichelsheim und MĂŒnzenberg. In Ober-Mörlen blieb die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner exakt gleich.

Einen leichten BevölkerungsrĂŒckgang in den vergangenen Jahren gab es in Florstadt, Glauburg und Hirzenhain (unter ein Prozent), in Gedern (minus 2,52 Prozent) und Kefenrod (minus 2,73 Prozent).

Die Zahlen werden sich noch einmal stark verÀndern, wenn die vielfach geplanten Baugebiete in den StÀdten und Gemeinden des Kreises dazukommen.

Aktuell grĂ¶ĂŸte Stadt im Wetteraukreis ist Bad Vilbel (mit 33.661 Einwohnerinnen und Einwohnern am 30.06.2017), gefolgt von Bad Nauheim (31.957), Friedberg (28.889), Butzbach 25.901), Karben (22.131) und BĂŒdingen (21.948).

Die drei kleinsten Gemeinden im Wetteraukreis sind Glauburg (3.047), Hirzenhain (2.869), und Kefenrod (2.711).

Unter den 21 hessischen Landkreisen ist der Wetteraukreis nach den Kreisen Main-Kinzig und Offenbach der drittgrĂ¶ĂŸte Landkreis. Kleinster Landkreis in Hessen ist der Odenwaldkreis mit knapp 97.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.



Landrat Jan Weckler mit einer stilisierten Karte des Wetteraukreises richtet sich darauf ein, dass die Zahl der Menschen in der Wetterau noch um 30.000 zunehmen wird. „Das ist eine gewaltige Herausforderung sowohl fĂŒr den Wetteraukreis als auch fĂŒr alle StĂ€dte und Gemeinden.“