Hoffnung aus groĂer Ferne kommt nah

'Kia orana' - farbenfroh gestaltete das Weltgebetstagsteam in der evangelischen Kirche in LĂŒtzel-Wiebelsbach den dortigen Gottesdienst. - Foto: Bergkirchengemeinde LĂŒtzelbach
ODENWALD / LĂTZEL-WIEBELSBACH. - Der ökumenische Gottesdienst zum Weltgebetstag â in LĂŒtzel-Wiebelsbach eine feste GröĂe.
Diesen jĂ€hrlichen Tag, jeweils am ersten Freitag im MĂ€rz, gestalten mit inzwischen langer Tradition die Frauen der evangelischen und der katholischen Gemeinde LĂŒtzelbachs gemeinsam.
âWie in jedem Jahr ist die Liturgie in einem anderen Land vorbereitet wordenâ, erlĂ€utert PrĂ€dikantin Ute Karl, die zusammen mit einem Team den Gottesdienst in der evangelischen Kirche in LĂŒtzel-Wiebelsbach gestaltete.
Dieses Jahr haben ihn christliche Frauen von den ĂŒber 16.000 Kilometer von Deutschland entfernten Cookinseln entworfen; âwunderbar geschaffen!â haben sie die Gebete als Leitsatz ĂŒberschrieben.
âDem freundlichen âHalloâ der deutschen Sprache entspricht auf den Cookinseln âKia oranaââ, erklĂ€rt die PrĂ€dikantin. Wobei die BegrĂŒĂung in der Maori-Sprache zugleich noch deutlich mehr als hierzulande ein Hallo beinhaltet. Kia orana meint:
âIch wĂŒnsche dir, dass du lange und gut lebst, dass du leuchtest wie die Sonne und mit den Wellen tanzt.â Entsprechend begrĂŒĂte sich die Gemeinde gegenseitig mit Kia orana.
Gott als der Allwissende und AllgegenwĂ€rtige wird in Psalm 139 beschrieben. Dieser Bibeltext wurde beim Weltgebetstagsgottesdienst in drei Abschnitten vorgelesen. Der erste Abschnitt stand unter dem Thema âGott kennt unsâ.
Hierzu stellte sich die 15-jÀhrige Mii in einem Text aus dem Material von den Cookinseln vor. Sie beschreibt ihre Angst im Jahre 2022, als der Vater an Corona erkrankte.
Aufgrund der fehlenden Information erlitt sie Panik-Attacken. Sie begann zu beten, und das half ihr, sich zu beruhigen â sie bekam Hoffnung und Zuversicht.
Der zweite Psalmabschnitt enthielt Verse zum Thema âGott ist mit unsâ. Beispielhaft hierzu: Vainius Geschichte. Sie ist 1958 auf der Insel Aitutaki geboren und beherrscht die Landessprache Maori. In der höheren Schule wurde nur noch Englisch gesprochen.
Vainiu hatte groĂe Sprachprobleme und wurde deshalb immer ruhiger, von der Gruppe ausgeschlossen, beschimpft. Auch sie erlebte: âGott ist bei mir, wenn ich traurig bin und alles dunkel ist.â
Der letzte Abschnitt beinhaltet die Verse âGott schuf uns wunderbarâ. Dawn half als KinderĂ€rztin mit, dass die Neugeborenen am ersten Tag untersucht werden. Die gesundheitliche Versorgung wird stets verbessert.
So ist in den vergangenen 30 Jahren keine Frau in der Schwangerschaft oder wĂ€hrend der Geburt gestorben. âGott hat mich beschenkt, mit dem Studium der Medizinâ, so hat es Dawn erlebt. âMeine Antwort darauf ist die Arbeit als Ărztin. Hier erkenne ich: Gott hat uns alle wunderbar geschaffen.â
âNach dem Gebet fĂŒr Land und Leute der Cookinseln sprachen wir uns gegenseitig etwas Freundliches, Persönliches, Ermutigendes zuâ, schildert PrĂ€dikantin Karl weiter.
Juliane Weber mit ihrem Akkordeon und Andrea HĂŒbner hatten die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes ĂŒbernommen und dazu auf die Vorlagen von den Cookinseln zurĂŒckgegriffen. Ăberrascht waren die WeltgebetstagsgĂ€ste beim anschlieĂenden Buffet: Typisches Essen auf den Inseln ist â Kartoffelsalat.
âDie Freude, gemeinsam Gottesdienst zu feiern, war bei den aktiven Frauen und bei den GĂ€sten deutlich zu spĂŒrenâ, freut sich Ute Karl in ihrem RĂŒckblick.