Odenwälder Ostermarsch-Friedensbündnis sagt Odenwälder Friedensmarsch ab
ODENWALDKREIS. - Das Odenwälder Ostermarsch-Friedensbündnis, das seit 2002 jährlich den Odenwälder Ostermarsch organisiert, wird in diesem Jahr keinen Ostermarsch durchführen.
Grund fĂĽr die Absage ist, dass Personen, die im vergangenen Jahr aus dem FriedensbĂĽndnis ausgetreten sind, am gleichen Tag, zur gleichen Uhrzeit und auf der gleichen Route des traditionellen Ostermarsches einen eigenen Ostermarsch angemeldet haben.
Zugleich hat dieser Personenkreis angedroht, seine Veranstaltung gegen das Bündnis, das seit über 20 Jahren den Odenwälder Ostermarsch durchgeführt hat, vor dem Verwaltungsgericht durchzusetzen.
Das Odenwälder Ostermarsch-Friedensbündnis hat deshalb entschieden, in diesem Jahr keinen eigenen Ostermarsch durchzuführen und wird auch nicht zur Teilnahme aufrufen.
Zwischen dem Ostermarsch-Friedensbündnis und der privaten Gruppierung gibt es erheblich politische Differenzen: „Putin und seine Regime führen in der Ukraine einen völkerrechtswidrigen verbrecherischen Angriffskrieg, in dem Kinder, Frauen und Männer getötet werden und gezielt Kliniken bombardiert werden.
Wer das in Abrede stellt oder relativiert, ist für uns kein Bündnispartner. Wir haben im Odenwaldkreis zahlreiche Kundgebungen gegen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der damaligen US-Regierung gegen den Irak durchgeführt und haben uns mit etlichen Bussen an der großen Protest- und Antikriegskundgebung in Berlin beteiligt.
Wir haben den Angriffskrieg der US-Regierung ebenso scharf kritisiert, wie wir jetzt den Angriffskrieg der Putin-Regierung verurteilen. Wir messen nicht mit zweierlei Maß.“
Mit Blick auf Putins Angriffskrieg und die Begehrlichkeiten der Trump-Regierung auf fremdes Territorium betont das Odenwälder Ostermarsch-Friedensbündnis: „Für uns gilt das Prinzip der Unverletzlichkeit von Grenzen für jedes Land, egal ob es im Osten oder im Westen von uns liegt.“
Das Odenwälder Ostermarsch-Friedenbündnis stellt fest: „Der Krieg in der Ukraine kann letztlich nur durch Diplomatie beendet werden. Aber es gibt eine Seite, die den Frieden nicht will – das ist das Putin-Regime, die weiterhin ihren Angriffskrieg gegen die Ukraine fortsetzt.“
Für das Odenwälder Ostermarsch-Friedensbündnis ist ebenso klar: „Keines der zentralen Menschheitsprobleme kann militärisch gelöst werden. Das Geld, das für Rüstung aus dem Fenster geworfen wird, fehlt für die Bekämpfung von Hunger und Elend und für die Abwendung der drohenden Klimakatastrophe.
Deshalb treten wir für Abrüstung ein. Aber solange Putin in Europa Krieg führt, wäre es widersinnig, einseitig abzurüsten. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine muss so rasch wie möglich beendet werden, dann kann auch endlich wieder über Abrüstung verhandelt werden.“
Der Kreisvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Odenwaldkreis unterstĂĽtzt einstimmig die Absage des Ostermarsches und ruft auch nicht zur Teilnahme auf.
Auch die Sozialdemokratische Partei und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Odenwaldkreis beteiligen sich nicht am diesjährigen Ostermarsch und rufen auch nicht zur Teilnahme auf.
Ebenso hat das Bündnis „Odenwald gegen Rechts – bunt statt braun“ auf seinem Plenum einstimmig beschlossen, sich nicht an dem Odenwälder Ostermarsch zu beteiligen.