Naturschutzbehörde weist Kritik von Umweltverbänden zurück
Bischoff: Abholzung an Mümling-Ufer nicht folgenlos gebliebenODENWALDKREIS / MICHELSTADT. - Klaus E. Bischoff, der Leiter der im Landratsamt angesiedelten Unteren Naturschutzbehörde, hat Kritik am Vorgehen seiner Behörde im Zusammenhang mit dem Bau eines Rewe-Marktes in Michelstadt scharf zurückgewiesen.
„Davon, dass wir die von uns nicht genehmigte Abholzung von Ufergehölz billigen würden, kann keine Rede sein“, sagt Bischoff auf Vorwürfe der Odenwälder Kreis-Gliederungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und des Naturschutzbunds (Nabu).
Ende vergangenen Jahres war bei den Bauarbeiten für den neuen Markt eine rund 1.350 Quadratmeter große, am Ufer der Mümling gelegene Fläche, ein vorwiegend aus Erlen bestehender Auenwald, unrechtmäßig gerodet worden.
BUND und Nabu werfen der Unteren Naturschutzbehörde in einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung Untätigkeit vor. „Das Gegenteil ist der Fall“, sagt Bischoff.
„Nachdem wir von dem Vorgang erfahren haben, sind wir sofort eingeschritten, haben den Schaden in Augenschein genommen und dem Bauherrn zur Auflage gemacht, das Ufer wieder zu bepflanzen. Eine geänderte Genehmigung mit entsprechenden Verpflichtungen zur Wiederanpflanzung liegt bereits vor. Deren Einhaltung wird von uns strikt kontrolliert.“
Dem Bauherrn war in der Baugenehmigung für den Rewe-Markt genehmigt worden, in die Gehölzbestände auf seinem Grundstück einzugreifen. „Der Eingriff ist leider etwas größer ausgefallen als genehmigt und notwendig“, so Bischoff. „Wer letztlich durch persönliches schuldhaftes Handeln dafür verantwortlich gemacht werden kann, ist nicht zweifelsfrei festzustellen.“
Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einzuleiten, wie es BUND und Nabu fordern, hat Bischoff zufolge deshalb keine Aussicht auf Erfolg. „Wir haben alle Möglichkeiten geprüft, uns aber dagegen entschieden. Auch wenn dem BUND die Einsicht in die Besonderheiten eines solchen Verfahrens fehlt, die Erfolgsaussichten bleiben verschwindend gering und der erforderliche Aufwand ist nicht zu verantworten.“
Für die Untere Naturschutzbehörde zähle, dass der Bauherr das Ufer wieder bepflanzen müsse und „dass der tatsächliche Schaden für die Natur an dieser Stelle deutlich minimiert werden konnte“.